Was ist ein P Konto?

Auf Wunsch des Kontoinhabers müssen Banken das Girokonto als P Konto führen und Guthaben bis zu einem bestimmten Betrag vor Pfändung schützen.

Ein P Konto ist ein Pfändungsschutzkonto, das Banken auf besonderen Kundenwunsch führen. Zum 1. Juli 2012 hat der Gesetzgeber neue Regelungen zur Erleichterung der Abwicklung eingeführt.

Erleichterte Kontoführung für Schuldner

Über das P-Konto wird, analog zum klassischen Girokonto, der Zahlungsverkehr abgewickelt. Der Gesetzgeber hat seit dem 1. Juli 2012 jedoch nach § 850k ZPO einen besondern Schutz vorgesehen: Für einen bestimmten Mindestbetrag besteht ein Pfändungsschutz. Das heißt, auch bei einer bestehenden Kontopfändung darf der Kontoinhaber über den Mindestbetrag weiterhin verfügen. Damit will der Gesetzgeber besonders hoch verschuldeten Kontoinhabern die monatliche Kontoführung erleichtern. Auf Antrag müssen Banken bestehende Girokonten in P Konten umwandeln - für den Kontoinhaber muss das Konto weiterhin wie ein “normales” Girokonto zu nutzen sein. Nur Dienstleistungen die eine entsprechende Bonität erfordern, kann die Bank dem Kontoinhaber verwehren.

Bei drohender Kontopfändung Girokonto in P Konto umwandeln

Bei einem klassischen Girokonto besteht dieser Schutz nicht, dass heißt, Geldbeträge, die auf dem Konto eingehen, sind vor einer Pfändung nicht geschützt. Liegt eine Kontopfändung vor, ist das Konto erst einmal gesperrt. Das P Konto darf nur auf Guthabenbasis auf den Namen einer natürlichen Person geführt werden.

Gesetzlicher Basisschutz

Grundsätzlich besteht für eine Einzelperson ein Basisschutz in Höhe von 1.045,04 Euro, die nicht gepfändet werden dürfen. Bestehen Unterhaltsverpflichtungen gegenüber anderen Personen, erhöht sich der Freibetrag:

Unterhaltspflicht für Freibetrag in Euro
eine Person 1.438,34
zwei Personen 1.657,46
drei Personen 1.876,58
vier Personen 2.095,70
fünf Personen 2.314,82

Beträge die über die Mindestbeträge hinausgehen, dürfen von Gläubigern gepfändet werden. Im Rahmen der Freibeträge kann der Kontoinhaber den üblichen Zahlungsverkehr weiter über das Konto abwickeln. Innerhalb von 14 Tagen dürfen Kontoinhaber über das Geld verfügen. Wird der Freibetrag in einem Monat nicht ausgenutzt, kann der Kontoinhaber im folgenden Monat entsprechend mehr verfügen.

Mit Einführung des P Kontos wollte der Gesetzgeber sicherstellen, dass Schuldner auch im Falle einer Kontopfändung über ihr Konto verfügen dürfen um die laufenden Kosten zu decken. Vor der Neuregelung war das Konto nach Vorliegen einer Pfändung zunächst einmal gesperrt. Nun sind Verfügungen innerhalb des Pfändungsfreibetrags möglich. Für Banken bedeutet die Neuregelung mehr Sicherheit im Umgang mit gepfändeten Konten.

Tipp der Redaktion

Wer ein bestehendes Konto in ein P Konto umwandelt, sollte bedenken, dass kein Anspruch auf die Kontonummer besteht! Die Bank kann eine neue Kontonummer vergeben.
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