Pfändungsfreies Konto

Ein pfändungsfreies Konto erleichtert Schuldnern die Abwicklung des klassischen Zahlungsverkehrs. Einen Rechtsanspruch auf die Eröffnung gibt es nicht.

Bei Vorliegen einer Pfändungen sind Kreditinstitute verpflichtet, das Girokonto innerhalb von vier Tagen nach Antragstellung in ein pfändungsfreies Konto umzuwandeln.

Ein bestehendes Girokonto kann in ein P Konto umgewandelt werden, so sieht es das Gesetz vor. Einen Rechtsanspruch auf die Eröffnung eines Kontos gibt es jedoch bisher nicht. Das wird sich ab 2016 ändern, denn das EU-Parlament hat im April 2014 beschlossen, einen Rechtsanspruch auf ein Basiskonto zu garantieren. In Deutschland gibt es bereits seit 1995 die Selbstverpflichtung von Kreditinstituten, für jedermann ein Konto auf Guthabenbasis einzurichten.

Pfändungsfreies Konto nur als Einzelkonto

Die Umwandlung eines Gemeinschaftskontos in ein pfändungsfreies Konto ist nicht möglich, die P Konten dürfen den gesetzlichen Vorgaben entsprechend nur als Einzelkonto geführt werden. Droht eine Pfändung müssen die Kontoinhaber zunächst jeweils ein Einzelkonto eröffnen oder das bestehende Konto auf nur einen Namen umschreiben lassen.

Überzogenes Konto in P Konto umwandeln?

Auch ein Girokonto, das überzogen ist, kann in ein P Konto umgewandelt werden. Die Bank darf eingehende Sozialleistungen nicht mit dem bestehenden Sollsaldo verrechnen. Die Frist gilt für maximal 14 Tage nach Geldeingang. Andere Geldeingänge darf die Bank mit dem Minussaldo verrechnen, so lange bis das Konto wieder im Guthabenbereich geführt wird, gibt es also keinen Schutz. Die Verbraucherzentralen raten, mit der Bank eine sinnvolle Rückzahlungsmodalität zu treffen.

Führung mehrerer P Konten ist untersagt

Bis zu einem Freibetrag von 1.045,04 sind Geldeingänge auf dem pfändungsfreien Konto geschützt. Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Dritten können zu einer Erhöhung des Freibetrages führen. Schuldner dürfen nur ein P Konto eröffnen, denn laut Gesetz ist es untersagt, mehrere P Konten zu führen, um den Freibetrag mehrmals auszuschöpfen. Wer dennoch mehrere Konten eröffnet macht sich strafbar und riskiert den Verlust des Pfändungsschutzes.

Über das pfändungsfreie Konto wird der klassische Zahlungsverkehr abgewickelt:

  • Barverfügungen
  • Überweisungen
  • Daueraufträge
  • Lastschriften

Aufgrund der negativen Bonität des Schuldners lehnen Banken die Ausgabe von Kreditkarten in der Regel ab. Zudem wird ein pfändungsfreies Konto auf Guthabenbasis geführt.

Tipp der Redaktion

Droht eine Pfändung sollte ein Gemeinschaftskonto rechtzeitig in zwei Einzelkonten umgeschrieben werden, um Schwierigkeiten zu vermeiden!
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