Freibetrag

Jedem Schuldner steht ein Basisfreibetrag zu. Die Unterhaltspflicht für weitere Personen erhöht den monatlichen Pfändungsfreibetrag.

Der Basisfreibetrag in Höhe von 1.045,04 Euro steht jedem Schuldner zu. Bei Unterhaltspflicht gegenüber Ehegatten oder Kindern erhöht sich der Pfändungsfreibetrag entsprechend.

Wer der Bank eine entsprechende P Bescheinigung vorlegt, erhält höhere Freibeträge. Das ist der Fall, wenn der Kontoinhaber Sozialleistungen für andere Personen bezieht oder eine Unterhaltspflicht gegenüber Dritten besteht.

Freibeträge für bis zu fünf Personen möglich

Zunächst erhöht sich der Freibetrag für die erste Person um 393,30 Euro, für die weiteren Personen gelten Beträge von jeweils 219,12 Euro. Zusätzlich kann der Schuldner für bis zu fünf weitere Personen Freibeträge eintragen lassen. Der maximale Betrag liegt demnach bei 2.314,82 Euro bei einer Unterhaltspflicht für fünf Personen. Pfändungsfrei sind zudem einmalige Leistungen, die der Kontoinhaber für die Erstausstattung der Wohnung, eine Klassenfahrt der Kinder oder anderen Maßnahmen erhält. Schuldner, die gesundheits- oder berufsbedingte Mehraufwendungen haben, können die Freigabe der Beträge beantragen. Das ist beispielsweise bei hohen Pendlerkosten möglich.

Die monatlichen Freibeträge sichern

Wichtig: Zur Sicherung der monatlichen Freibeträge benötigt die Bank eine entsprechende Bescheinigung!

Bei einer Einzelperson beträgt der Pfändungsfreibetrag 1.045,03 Euro. Liegt das monatliche Einkommen unter diesem Betrag, besteht Pfändungsschutz für das gesamte Einkommen. Bis zu dieser Höhe ist der Kontoinhaber vor Pfändungen geschützt, unabhängig davon ob es sich um Arbeitseinkommen, Sozialleistungen, Renten oder Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit handelt. Liegen die Einkünfte dauerhaft unter den Grenzen, können Schuldner nach Angaben der Verbraucherzentralen beim Vollstreckungsgericht die “Anordnung der Unpfändbarkeit” beantragen. Damit sind Verfügungen über das Konto für einen Zeitraum von maximal 12 Monaten frei und Pfändungen laufen ins Leere.

Verfahren bei vorliegender Pfändung

Bei einer bestehenden Pfändung ist die Bank verpflichtet, Beträge, die über die Freibeträge hinaus gehen an die Gläubiger zu überweisen. Dabei gilt eine Verzögerung von mindestens einem Monat. So hat der Kontoinhaber die Gelegenheit, durch die Vorlage einer P Bescheinigung mit einem höheren Freibetrag die Auszahlung des Guthabens zu verhindern.

Tipp der Redaktion

Für Bezieher von Einkommen, die unterhalb der Freigrenzen liegen, wird die Kontoführung mit einer "Anordnung der Unpfändbarkeit" besonders unbürokratisch!
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